FAKELORE - Ein Berg für das Schweizerische Landesmuseum
(en allemand)
Vom 13. bis 18. März 2007 sind diese «fakeloristischen» Produkte und Konzepte in der einwöchigen Ausstellung FAKELORE im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich zu sehen. Die Ausstellung ist als Berglandschaft konzipiert und findet in der permanent im Schweizerischen Landesmuseum installierten Ratsstube von Mellingen (1467) einen idealen Raum und Rahmen. Die Ausstellung wie auch der Kurs standen unter der Leitung von Johannes M. Hedinger und Bitten Stetter.
Ist Tradition und Folklore eine Form konservativer Gegenreaktion oder die Sehnsucht nach Identifizierung mit der Heimat? Im Zuge der kulturellen und ökonomischen Globalisierung gewinnen heute Traditionen und nationale Identität einen ganz neuen Stellenwert. FAKELORE ist aber mehr als die spielerische und ironisierte Nachahmung volkstümlicher Motive und die Wiedergabe von tradierten Verhalten und Ritualen. Die folkloristische Spurensuche wird zur persönlichen Gesellschaftsanalyse.
Die ausgestellten Konzepte und Produkte (Protoypen) reichen von Schweizer Schneebällen als LuxusExportprodukt, folkloristischen Hüllen für iPods, der Kuh als modernem Sitzmöbel und dem Hirsch als dekorativen Wandschmuck über Survival-Kits, die dem Schweizer Putzfimmel huldigen, nostalgisch-romantisierende Migros-Tischdecken, Latex-Scherenschnitte von irritierend Helden-Sagen sowie Untersuchungen zur Kulturgeschichte des Fondue-Caquelon oder des Stofftaschentuches bis hin zur Wiedergeburt der einzigen Schweizer Automarke «Monteverdi» und dem etwas anderen Globi-Abenteuer im Zürcher Rotlichtmilieu. Hybride Delikatessen wie etwa Rösti-Sushi und Ovo-Pizza visualisieren Migration und Fusionen auch in der Schweizer Esskultur.
Das Projekt «Fakelore» findet in Kooperation und mit freundlicher Unterstützung des Schweizerischen Landesmuseums statt.